Briard Futtermenge: Wie viel frisst ein Briard am Tag?
Startwerte für Trockenfutter und Barf, der Rechenweg über den Energiebedarf und wie du die Menge an Figur, Aktivität und Alter deines Briards anpasst.
Hinweis: Diese Seite erklärt allgemeine Zusammenhänge und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bei Beschwerden, Lahmheit, Sehproblemen oder Futterumstellungen bei kranken Hunden entscheidet die Tierarztpraxis.
Ein erwachsener, durchschnittlich aktiver Briard mit 30 bis 40 kg braucht als grober Startwert etwa 300 bis 450 g Trockenfutter am Tag. Beim Barfen rechnen viele mit 2 bis 3 Prozent des Körpergewichts, also etwa 600 g bis 1,2 kg. Das sind nur Ausgangspunkte: Ob die Menge passt, zeigt dir die Figur deines Hundes nach zwei bis drei Wochen.
Die Grundlagen der Briard-Ernährung, von der Futterart bis zu Tabu-Lebensmitteln, findest du im Bereich Ernährung. Dieser Artikel konzentriert sich auf die Frage nach der richtigen Menge.
Startwerte nach Körpergewicht
Die folgende Tabelle zeigt grobe Startwerte für erwachsene, gesunde Briards mit durchschnittlicher Aktivität. Grundlage für Trockenfutter ist ein Energiegehalt von etwa 350 bis 400 kcal je 100 g, wie er bei vielen Alleinfuttermitteln üblich ist. Beim Barfen gilt die gängige Faustregel von 2 bis 3 Prozent des Körpergewichts.
| Körpergewicht | Energiebedarf grob | Trockenfutter pro Tag | Barf pro Tag (2 bis 3 %) |
|---|---|---|---|
| 30 kg | etwa 1.200 kcal | etwa 310 bis 350 g | etwa 600 bis 900 g |
| 35 kg | etwa 1.400 kcal | etwa 340 bis 390 g | etwa 700 bis 1.050 g |
| 40 kg | etwa 1.500 kcal | etwa 380 bis 430 g | etwa 800 bis 1.200 g |
Diese Werte ersetzen nicht die Fütterungsempfehlung auf deinem Futter. Hersteller berechnen ihre Tabellen für ihr konkretes Produkt. Die Tabelle hier hilft dir einzuschätzen, ob eine Herstellerangabe grob plausibel ist.
So wird der Bedarf berechnet
Der Energiebedarf eines Hundes steigt nicht im gleichen Maß wie das Körpergewicht. In der Tierernährung wird deshalb mit der sogenannten metabolischen Körpermasse gerechnet, dem Körpergewicht hoch 0,75. Für den Erhaltungsbedarf eines erwachsenen Hundes wird in der deutschsprachigen Fachliteratur häufig ein Wert von rund 0,4 MJ umsetzbarer Energie je Kilogramm metabolischer Körpermasse angesetzt.
Ein Rechenbeispiel für einen 35 kg schweren Briard:
- Metabolische Körpermasse: 35 hoch 0,75 ergibt etwa 14,4.
- Energiebedarf: 14,4 mal 0,4 MJ ergibt etwa 5,8 MJ am Tag, das sind rund 1.380 kcal.
- Futtermenge: Hat das Trockenfutter 370 kcal je 100 g, teilst du 1.380 durch 3,7 und kommst auf etwa 370 g am Tag.
Der Energiegehalt steht nicht immer auf der Verpackung. Fehlt er, fragst du beim Hersteller nach oder orientierst dich an dessen Fütterungstabelle.
Was den Bedarf verändert
Die Rechnung oben gilt für einen durchschnittlich aktiven Hund. Im Alltag weicht der Bedarf oft deutlich davon ab:
| Faktor | Wirkung auf den Bedarf |
|---|---|
| Viel Bewegung, Hundesport, Hütearbeit | höher, bei sehr aktiven Hunden deutlich |
| Ruhiger Familienhund mit wenig Auslauf | niedriger |
| Kastration | oft niedriger, viele kastrierte Hunde nehmen leichter zu |
| Kalte Jahreszeit, viel Aufenthalt draußen | kann höher sein |
| Seniorenalter | meist niedriger, weil der Hund sich weniger bewegt |
| Temperament | nervöse, unruhige Hunde verbrauchen oft mehr |
| Trächtigkeit und Säugezeit | stark erhöht, Fütterung mit der Tierarztpraxis planen |
Die Figur prüfen: wichtiger als jede Tabelle
Beim Briard verdeckt das lange Fell die Figur. Ein Hund kann rund aussehen und trotzdem schlank sein, oder umgekehrt. Verlasse dich deshalb auf deine Hände und die Waage, nicht auf den Blick.
- Rippen: Mit flacher Hand und leichtem Druck gut tastbar, wie die Fingerknöchel einer flachen Hand. Musst du drücken, ist der Hund zu schwer. Stehen sie scharf hervor, ist er zu dünn.
- Taille: Hinter den Rippen fühlst du eine leichte Einbuchtung.
- Bauchlinie: Von der Seite steigt sie nach hinten leicht an. Beim Briard tastest du sie unter dem Fell ab.
- Wirbelsäule und Becken: Sie sind fühlbar, stehen aber nicht spitz hervor.
Tierärztinnen und Tierärzte nutzen dafür oft eine Skala zur Körperkondition, auf der die Mitte als ideal gilt. Lass dir bei der nächsten Untersuchung zeigen, wo dein Hund steht.
Richtig wiegen
Einen großen Hund wiegst du am einfachsten so: Stell dich mit dem Hund auf dem Arm auf eine Personenwaage und zieh dein eigenes Gewicht ab. Bei einem schweren Briard ist das oft nicht möglich. Dann helfen eine Tierwaage in der Tierarztpraxis oder in manchen Tierfachgeschäften. Wiege einmal im Monat und trage die Werte ein. Eine fertige Gewichtstabelle mit Diagramm sowie einen Futterplan, der die Tagesration aus Körpergewicht und Prozentwert berechnet, findest du bei den Excel-Vorlagen für Hundehalter.
Menge anpassen: in kleinen Schritten
- Startwert wählen: nach Herstellerangabe oder Tabelle.
- Zwei bis drei Wochen beobachten: Figur abtasten, Gewicht notieren, Kotmenge und Konsistenz beachten.
- Anpassen: um etwa zehn Prozent erhöhen oder verringern, nicht mehr auf einmal.
- Erneut beobachten: wieder einige Wochen abwarten, bevor du weiter änderst.
Ein Hund nimmt nicht über Nacht zu oder ab. Wer jede Woche die Menge ändert, verliert den Überblick.
Welpen und Junghunde
Für Welpen gelten andere Mengen als für erwachsene Hunde, weil sie Energie und Nährstoffe für das Wachstum brauchen. Bei einer großen Rasse wie dem Briard ist das Ziel ein gleichmäßiges, eher langsames Wachstum. Zu viel Energie oder ein Übermaß an Kalzium kann die Skelettentwicklung belasten.
- Nutze ein Welpenfutter für große Rassen und halte dich an die Tabelle des Herstellers nach Alter und erwartetem Endgewicht.
- Halte den Welpen schlank. Ein runder Welpe ist kein gesunder Welpe.
- Wiege ihn regelmäßig und vergleiche den Verlauf. Wie sich das Gewicht eines Briard-Welpen grob entwickelt, zeigt die Gewichtstabelle für Briard-Welpen.
- Gib keine zusätzlichen Kalzium- oder Vitaminpräparate ohne tierärztlichen Rat.
Senioren
Ältere Briards bewegen sich weniger, ihr Energiebedarf sinkt. Gleichzeitig brauchen sie hochwertiges Eiweiß, damit die Muskeln erhalten bleiben. Verringere die Menge, wenn dein Hund zunimmt, oder wechsle auf ein Futter mit geringerer Energiedichte. Ungewollter Gewichtsverlust im Alter ist dagegen ein Grund für eine tierärztliche Untersuchung.
Leckerlis und Kauartikel einrechnen
Gerade beim Training kommen über den Tag viele Leckerlis zusammen. Viele Empfehlungen nennen etwa zehn Prozent der täglichen Energie als Obergrenze für Snacks. Rechne sie von der Ration ab oder nimm einen Teil des normalen Futters als Belohnung. Große Kauartikel wie getrocknete Kauknochen können viel Energie enthalten und zählen ebenfalls mit.
Typische Fehler
- Nach Augenmaß füttern: Ein Messbecher ist ungenau. Wiege die Tagesration mit einer Küchenwaage ab.
- Herstellerangaben blind übernehmen: Sie sind ein Startpunkt, kein festes Maß.
- Leckerlis vergessen: Ein paar Hände voll Snacks am Tag machen den Unterschied zwischen schlank und übergewichtig.
- Dem Bettelblick nachgeben: Ein Briard kann sehr überzeugend sein. Satt ist er trotzdem.
Quellen
- Allgemeine Grundlagen der Tierernährung zum Energiebedarf des Hundes (metabolische Körpermasse, Erhaltungsbedarf)
- Fütterungsempfehlungen der Futtermittelhersteller für große Hunderassen
- FCI-Standard Nr. 113 Berger de Brie (Briard)
Fragen und Antworten
- Wie viel Trockenfutter braucht ein Briard am Tag?
- Als grober Startwert für einen durchschnittlich aktiven, erwachsenen Briard mit 30 bis 40 kg gelten etwa 300 bis 450 g Trockenfutter am Tag. Maßgeblich ist aber die Fütterungsempfehlung deines Futters, denn der Energiegehalt unterscheidet sich je nach Sorte deutlich. Nach zwei bis drei Wochen prüfst du die Figur und passt an.
- Wie oft am Tag sollte ich meinen Briard füttern?
- Erwachsene Briards bekommen am besten zwei Mahlzeiten am Tag. Welpen anfangs drei bis vier, später zwei bis drei. Mehrere kleinere Portionen und Ruhe nach dem Fressen gelten bei großen, tiefbrüstigen Hunden als sinnvoll, um das Risiko einer Magendrehung zu verringern.
- Mein Briard wirkt dünn, obwohl er viel frisst. Was tun?
- Unter dem langen Fell täuscht der Eindruck oft. Taste Rippen, Wirbelsäule und Hüftknochen ab und wiege den Hund. Ist er wirklich zu dünn, erhöhst du die Menge schrittweise. Nimmt er trotz mehr Futter nicht zu, hat Durchfall oder frisst ungewöhnlich viel, gehört er in die Tierarztpraxis.
- Zählen Leckerlis zur Futtermenge?
- Ja. Leckerlis, Kauartikel und Futter aus dem Training gehören zur Tagesration. Viele Empfehlungen nennen etwa zehn Prozent der täglichen Energie als Obergrenze für Snacks. Bei viel Training nimmst du am besten einen Teil der normalen Ration als Belohnung.
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Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Briardworld.